Aktuelles

Stellungnahme des Bezirksverbands


Der Bezirksverband der Kleingärtner Hagen hat eine Stellungnahme zur Berichterstattung der WR und WP über die Entsorgungsfragen in den Hagener Kleingartenanlagen herausgegeben.

Das Schreiben dokumentieren wir hier zur Kenntnisnahme aller Vereinsmitglieder.


Bezirksverband Hagen der Kleingärtner e.V.
Hagen, 20.01.2012

Berichterstattung WR und WP zur Entsorgung in Hagener Kleingartenanlagen

Liebe Gartenfreundinnen und liebe Gartenfreunde,
Die Presseveröffentlichungen zur Entsorgungsfrage der Kleingärten gibt eine sehr einseitige Darstellung der Problematik ab. Eine Diskussion, die uns in der öffentlichen Meinung nicht unbedingt positiv begleitet und unsere Leistungen für Natur und Umwelt konterkariert.
Es entspricht auch nicht unseren Wahrnehmungen, dass ein langjähriger Streit das Verhältnis der Kleingärtner zu den Behörden belastet. Im Gegenteil, wir haben in allen Belangen unserer Zusammenarbeit stets ein sehr vertrauensvolles und freundliches Miteinander sowohl mit der Politik als auch mit der Verwaltung gepflegt. Die in diesem Zusammenhang gegen Herrn Heckrodt erhobenen Vorwürfe sind äußerst unfair und teilweise sogar ehrabschneidend.
Mit ihm steht in Hagen ein hervorragender Fachmann zur Verfügung, der sich in hohem Maße für die Belange des Kleingartenwesens engagiert und uns seit vielen Jahren äußerst positiv begleitet.

Die Diskussionen um Toiletten und Wasseranschlüsse in den Gartenlauben sind nicht neu. Bereits Anfang der 1990iger Jahre hat es landesweit Protestveranstaltungen zu dieser Thematik gegeben, die das Kleingartenwesen in unserem Land stark beeinflusst haben. In Hagen wurde diese Protestveranstaltung vom Gartenfreund Jürgen Knoche im Vereinsheim Grenzweg initiiert und wesentlich gestaltet. Alles, was in Politik, Verwaltung und im Bezirksverband Rang und Namen hatte, stand damals Rede und Antwort. Das Vereinsheim Grenzweg platzte aus allen Nähten.
In einer der folgenden Mitgliederversammlungen des Bezirksverbandes der Kleingärtner wurden dann Mitglieder für einen „Entsorgungsausschuss“ gewählt, der die Aufgabe hatte, gemeinsam mit den zuständigen Gremien, einen für alle Seiten tragbaren Konsens zu erarbeiten. Gewählt wurde neben Vertretern der Vereine Höing, Goldberg, Auf der Heide, Ischeland, Grenzweg und Waldlust auch der Gartenfreund Jürgen Knoche, er wurde Schriftführer des Ausschusses.
Gemeinsam mit dem Vorstand, unter Einbeziehung der Mitgliederversammlung und dem Entsorgungsausschuss des Bezirksverbandes, sowie dem Umweltausschuss der Stadt Hagen, den zuständigen politischen Gremien und der Verwaltung sind damals Vereinbarungen zur zukünftigen Entsorgung der Kleingartenanlagen getroffen worden, die im wesentlichen der heutigen Praxis entsprechen. Neuanlagen seit dieser Zeit wurden selbstverständlich mit zentralen Entsorgungsanlagen gebaut, die betroffenen Gartenfreunde leben sehr gut mit dieser Situation.

Die jetzige Reaktion des Gartenfreundes Knoche entspricht in keiner Weise unserer Einstellung zu einem fairen Miteinander. Es wäre ein Gebot der Fairness gewesen, vorab mit uns zu reden.
Die jetzigen Argumentationen sind äußerst unseriös und werden unser Ansehen in der öffentlichen Meinung nicht unbedingt positiv beeinflussen. Sie stellen dem Kleingartenwesen für Natur und Umwelt insgesamt kein gutes Zeugnis aus. Mit den Vereinen, die ihre Vereinsheime über Abwassergruben entsorgt haben sind langfristig umfangreiche Gespräche geführt worden, vor Antragstellung der Zuschüsse wurden die Konsequenzen aufgezeigt und umfassend diskutiert. Andere Vereine haben ihre Vereinsheime auf eigene Kosten an den Kanal gebracht und auf öffentliche Zuschüsse verzichtet.

Liebe Gartenfreundinnen und liebe Gartenfreunde,
verantwortungsbewusste Politiker und verantwortungsbewusste Kleingärtnern haben die bestehenden Regelungen geschaffen. Es mussten auch Kompromisse geschlossen werden, da unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen waren. Wir Kleingärtner müssen in der Gesamtheit daran interessiert sein, dass die Vorgaben des Bundeskleingartengesetzes und des Pachtvertrages von uns eingehalten werden. Dafür zahlen wir auch eine relativ geringe Pacht und genießen den einzigartigen Schutz des Bundeskleingartengesetzes, um welches uns Gartenfreunde in anderen Nationen beneiden.
Wer eine Abkehr von diesen Regeln fordert, handelt gegen die Interessen aller Kleingärtner und nimmt bewusst und vielleicht auch vorsätzlich in Kauf, dass die Schutzwürdigkeit des Kleingartenwesens in Frage gestellt wird. Die Forderungen sind nicht nur egoistisch, sie gefährden in hohem Maße den Fortbestand des Kleingartenwesens. In einer Zeit der leeren Kassen von Bund, Land und Gemeinden, wo es kaum noch Tabus für Einsparungen und Geldschöpfungen gibt, generieren solche Vorgänge anderen Interessengruppen willkommene Ansatzpunkte zu Diskussionen, die nicht in unserem Sinne sein können.
Ganz davon abgesehen, dass der Einzelanschluss der Lauben an den Kanal so ein Verstoß gegen bestehende Gesetze ist, können wir doch bei der bestehenden Haushaltslage der Stadt und des Landes nicht ernsthaft diese Diskussion wollen.
Im Übrigen ist die Modifikation unserer rechtlichen Grundlagen nicht Bestandteil unserer Überlegungen

Alternativ stehen Wochenendhäuser und –siedlungen zur Verfügung. Dort kann jeder, losgelöst von kleingärtnerischer Nutzung, seine Neigungen ausleben. Nur ist das nicht zum Preis eines Kleingartens möglich.

Mit freundlichem Gruß
Hans-Günther Cremer
Vorsitzender